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29. SEPTEMBER – 2. OKTOBER 2022

29. SEPTEMBER – 3. OKTOBER 2022

Kleiner Bagger, Großes Frachtschiff – Erinnern Sie sich noch an die Havarie der Ever Given am 23. März 2021 im Suez Kanal?

Zur Havarie der „Ever Given“ und möglichen Folgen für deutsche Reviere hat der Ständige Fachausschuss des Deutschen Nautischen Vereins ein Thesenpapier erstellt.

Zur Havarie der „Ever Given“ und möglichen Folgen für deutsche Reviere hat der Ständige Fachausschuss des Deutschen Nautischen Vereins ein Thesenpapier erstellt. Mit diesem soll zum einen eine Diskussionsgrundlage erzeugt werden, zum anderen soll ein Impuls für eventuelle Lerneffekte für deutsche Reviere erzielt werden. Es behandelt nicht nur Mega-Containercarrier, sondern grundsätzlich alle Schiffe, die erhebliche Abmaße und Segelfläche in Relation zum Revier besitzen und schließt somit solche Fahrzeuge, die den NOK befahren, ausdrücklich ein.

Bei der viel beachteten Havarie der Ever Given im Suez Kanal mit der darauffolgenden Blockade des Kanals vom 23. bis zum 29. März 2021 kamen angesichts der Geomorphologie des Suez-Kanals, der Schiffsdaten wie Tiefgang, Geschwindigkeit, Beladungszustand und Lateralfläche und der Witterungsbedingungen zum Zeitpunkt der Havarie hydrodynamische Effekte wie Squat und der Banking-Effect als Unfallursachen in Frage.

Die Leistungsfähigkeit der deutschen Seeschifffahrtsstraßen für die Nutzung maximaler Schiffsgrößen, verbunden mit der hohen Verkehrsdichte und den zum Teil tidebedingt hohen Strömungsgeschwindigkeiten führen zu regional vergleichbaren Verhältnissen wie auf dem Suez-Kanal, wobei die Vergleichbarkeit  abstrakt zu sehen ist. So sind die Flusssysteme von Elbe und Weser mit dem Suezkanal nur begrenzt vergleichbar, da sie Tidengewässer sind, was eigene Herausforderungen birgt. Auch der NOK, gleichwohl kein Tidengewässer, ist baulich anders, birgt Herausforderungen durch die Tide und Strom an den Westschleusen. Dennoch ist eine abstrakte Vergleichbarkeit gegeben, denn auch in Deutschland treffen im Verhältnis größer gewordene Schiffe auf begrenzte Wasserstraßen. Dies geht einher mit besonderen Herausforderungen in folgenden Bereichen:

  • Größe und Tiefgang der Schiffe mit großer Lateralfläche
  • Menschlicher Faktor: Ausbildungsstand, Befähigung, Erfahrung
  • Zusammenwirken und ggf. unterschiedliche Kenntnisstände der Partner (Schiffsführung, Lotsen, Schlepper)
  • Verkehrsorganisation, insbesondere bei Notfällen

 

Welche Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Ständige Fachausschuss des Deutschen Nautischen Vereins für die Weiterentwicklung des deutschen Sicherheitssystems ableitet, erfahren Sie hier.

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