side_pic_header

29. SEPTEMBER – 3. OKTOBER 2022

29. SEPTEMBER – 3. OKTOBER 2022

hintergrund / historie

Die Deutschen (See-) Schifffahrtstage

Unter der Schirmherrschaft und zumeist Teilnahme des Bundespräsidenten ist der bisher als Deutscher Seeschifffahrtstag bekannte Tag zu einem geachteten Synonym für die fachliche Beratung anstehender Themen und Herausforderungen in Schifffahrt, Schiffbau, Hafenwirtschaft und der in diesen Bereichen tätigen Menschen geworden.

Der erste Deutsche Seeschifffahrtstag fand bereits 1909 in Berlin statt und der 36. Deutsche Schifffahrtstag wird in Verbindung mit dem Weltschifffahrtstag der Vereinten Nationen beginnend am 29. September 2022 in Bremen und Bremerhaven stattfinden.

Mit dieser Planung setzt der Deutsche Nautische Verein mehr denn je auf Kooperation und Zusammenarbeit. Ausdruck dafür ist, dass sich zwei Vereine nämlich Bremen und Bremerhaven gemeinsam für die Ausrichtung des Deutschen Schifffahrtstages entschieden haben und der DNV zudem mit dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) und dem Deutschen Marinebund (DMB) zwei starke Partner und wichtige Akteure im maritimen Spektrum als Mitveranstalter an seiner Seite hat. Damit verbunden ist auch eine kleine aber wichtige Anpassung, denn aus dem früheren Deutschen Seeschifffahrtstag wird nun der noch breiter gefasste Deutsche Schifffahrtstag.

1909Berlin1959Bremen
1910Berlin1962Lübeck
1911Berlin1965Oldenburg
1912Berlin1968Hamburg
1913Berlin1971Bremenhaven
1914Berlin1974Wilhelmshaven
1920Bremen1977Düsselsorf
1921Berlin1980Emden
1922Berlin1983Kiel
1923Berlin1986Cuxhaven
1924Berlin1989Husum
1925Berlin1992Bremerhaven
1926Lübeck1995Brunsbüttel / Kiel
1927Berlin1998Rostock
1928Hamburg2001Elsfleth
2004Lübeck
2007Emden
2010Cuxhaven
2013Wilhelmshaven
2016Kiel
2022Bremen / Bremerhaven

Deutscher Schifffahrtstag 2022

Der Deutsche Schifffahrtstag 2022 wird vom 29. September bis zum 3. Oktober 2022 an zwei maritimen Standorten, in Bremen und Bremerhaven stattfinden. Dabei werden unter dem Motto „Nachhaltige Schifffahrt: Gemeinsam, klar, sauber!“ die zentralen Zukunftsfragen der Schifffahrt diskutiert. Mit einem vielfältigen Programm, zu dem die seit Jahrzehnten größte Schiffs- und Bootsparade auf der Weser zählen wird, wird die Schifffahrt und ihre Zukunftsperspektive im Spannungsfeld globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Digitalisierung und dem gewachsenen Sicherheitsanspruch nicht nur für die maritime Fachwelt, sondern auch für die breite Öffentlichkeit präsentiert. Das Maritime und die Schifffahrt haben nicht nur für den Norden Deutschlands, sondern für unser gesamtes, auf den friedlichen Außenhandel fokussiertes Land eine ungebrochen hohe Bedeutung. Das Meer und seine vielfältigen Funktionen und Nutzungen wie die Schifffahrt und die Häfen waren und sind bis heute prägend für die Küste und die hier lebenden Menschen. Zugleich werden die Schifffahrt und die mit ihr verbundenen Herausforderungen in der breiten Öffentlichkeit nur in einem vergleichsweise geringen Maße wahrgenommen. Nur in Ausnahmefällen wie der Havarie der Ever Given im Suez Kanal erlangen sie eine große öffentliche Aufmerksamkeit, da dann sehr schnell und für jede und jeden deutlich wird, dass in einer arbeitsteilig vernetzten Welt ohne die Schifffahrt kaum etwas geht. Ohne eine leistungsfähige Schifffahrt käme unsere Welt zum Erliegen. Internationale Versorgungsketten würden unterbrochen, Einkaufsregale blieben leer und auch der online-Handel könnte keine Waren ausliefern. Mit dem Ziel, das maritime Bewusstsein in Deutschland zu stärken, werden deshalb regelmäßig die Deutschen Schifffahrtstage organisiert. Diese bieten die Möglichkeit, die Schifffahrt in all ihren Facetten und Herausforderungen und auch in ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Bedeutung zu zeigen. Die Deutschen Schifffahrtstage werden in der Regel durch ein „Maritimes Schaufenster“ mit Schiffsbesuchen (Open Ship), Ausstellungen, Fachveranstaltungen und weiteren Aktionen ergänzt. Der DST wird dadurch nicht nur für die Teilnehmenden, sondern für die jeweilige Region zu einem besonderen maritimen Ereignis. Nach einem Auftakt im Jahr 1909 in Berlin waren auch Bremen und Bremerhaven jeweils bereits zweimal Austragungsorte Deutscher Schifffahrtstage, was aber in allen Fällen sehr lange zurückliegt (Bremen 1920 und 1959 und Bremerhaven 1971 und 1992). Vor diesem Hintergrund haben sich die Vorstände der beiden Nautischen Vereine in Bremerhaven und Bremen entschieden, eine gemeinsame Bewerbung auf den Weg zu bringen. Diese Bewerbung wurde vom Vorstand des Deutschen Nautischen Vereins angenommen, so dass der 36. Deutsche Schifffahrtstag in Verbindung mit dem Weltschifffahrtstag der Vereinten Nationen beginnend am 29. September 2022 in Bremen und Bremerhaven stattfinden wird. Der Deutsche Nautische Verein geht im Rahmen der Planung mit der Zeit und setzt mehr denn je auf Kooperation und Zusammenarbeit. Ausdruck dafür ist, neben der gemeinsamen Ausrichtung in Bremen und Bremerhaven vor allem eine aufgenommene Partnerschaft mit dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) und dem Deutschen Marinebund (DMB) als gleichberechtigte Partner. Damit wissen die Nautischen Vereine zwei starke Partner und wichtige Akteure im maritimen Spektrum als Mitveranstalter an ihrer Seite. Das vielfältige Programm, das in enger Zusammenarbeit mit Bremerhavener und Bremer Akteuren und unter Einbindung der gesamten maritimen Branche gestaltet wird, bringt die traditionellen Stärken beider Städte im maritimen blau zum Strahlen. Zu den Aktivitäten zählen mehrere Fachkongresse, die sich mit zentralen Zukunftsthemen der Schifffahrt wie dem Erhalt und der Weiterentwicklung des maritimen Know-hows, der Emissionsreduktion und der Sicherheit der Seewege auseinandersetzen. Hinzu kommen Aktionen für Studierende, für Schüler und für die breite Öffentlichkeit. Bereits feststehende Veranstaltungsbestandteile sind ein Empfang des Senats der Freien Hansestadt Bremen mit einer Festansprache von Bürgermeister Dr. Bovenschulte am Abend des 29. September 2022 im Rathaus zu Bremen, ein Empfang in der Seestadt Bremerhaven in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum, eine Jubiläumsfeier der Deutschen Seemannsmission Bremerhaven und als maritimes Highlight eine Schiffs- und Bootsparade auf der Weser von Bremen nach Bremerhaven am 30. September 2022. Bereits jetzt hat sich eine Vielzahl beeindruckender Schiffe, die das gesamte maritime Spektrum vom modernsten und umweltfreundlichsten Schiff unter deutscher Flagge über vielfältige Behörden- und Arbeitsfahrzeuge bis hin zu gewerblichen Einheiten, Traditionsschiffen und Sportbooten abdecken hierzu angemeldet, so dass das gemeinsame Ziel der größten Weserparade seit Jahrzehnten erreicht werden wird.

Ausrichter

Deutscher Nautischer Verein von 1868 e.V. (https://dnvev.de/)

Der Deutsche Nautische Verein von 1868 e.V. (DNV) wurde am 14. April 1868 im Hotel d’Hambourg in Berlin gegründet. Mit der Gründung des DNV verfolgten die damals bereits bestehenden regionalen Nautischen Vereine das Ziel, die gemeinsamen maritimen Interessen zu bündeln und die Belange der Schifffahrt auf eine breite Basis zu stellen, um zentraler Ansprechpartner und kompetenter Berater der 1871 gegründeten Reichsregierung zu werden. Als Dachverband von 18 regionalen Nautischen Vereine mit über 4.000 Mitgliedern und mit seinen 36 korporativen Mitgliedern stellt der DNV auch heutzutage die Seeschifffahrt und die maritime Wirtschaft in Deutschland und Europa in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Der DNV fördert satzungsgemäß alle im allgemeinen Interesse liegenden Angelegenheiten der Schifffahrt, des Schiffbaus, der Hafenwirtschaft und der maritimen Umwelt. Zu diesem Zweck werden Gutachten und Stellungnahmen erarbeitet, Empfehlungen veröffentlicht, sowie Tagungen veranstaltet.

Seit der Reichsgründung hat der DNV an der seerechtlichen Gesetzgebung maßgeblich mitgewirkt. Das setzt sich bis heute fort und wird bei Anstößen zur Reduzierung von klima- und umweltschädlichen Emissionen in der Schifffahrt, in konkreten Empfehlungen zur Erhöhung der Schiffssicherheit, zur Bergung von schädlicher Munition aus unseren Meeren aber auch zur Sicherung des seefahrenden Personals und des maritimen Know-hows sichtbar. Im Ständigen Fachausschuss des DNV ( StFA ) sind ausgewiesene Sachkompetenz und Erfahrung gebündelt, insbesondere in den Bereichen der Berufsbildung, der Sicherheit auf See und an Bord sowie des maritimen Umweltschutzes und der Digitalisierung.
Die zuständigen Verkehrsministerien sowie Abgeordneten in Bund und Küstenländern werden regelmäßig zu Diskussionsveranstaltungen nach Bonn und Berlin eingeladen, des Weiteren ist der DNV Veranstalter des in der Regel alle drei Jahre stattfindenden Deutschen Seeschifffahrtstages.

 

Nautischer Verein zu Bremen e.V. (www.nvzb.de)

Der Nautische Verein zu Bremen ist kein Interessenverband einer bestimmten Berufsgruppe. Unsere Mitglieder kommen aus allen Kreisen, die sich für die Belange der Seeschifffahrt, der Seefischerei, des Überseehandels, der maritimen Wirtschaft und der Behörden interessieren.

Unsere Aufgabe und unser Ziel sehen wir darin, die Interessen der angesprochenen Bereiche gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen und der Politik angemessen zu vertreten und zu fördern. Im Jahr 2021 zählt der Nautische Verein zu Bremen 259 Mitglieder, die sich aus allen Teilen der maritimen Wirtschaft, Verwaltung und Forschung rekrutieren.

In der mittlerweile mehr als 115 Jahre währenden Geschichte des NVzB ist Bremen zweimal Ausrichter des Deutschen Seeschifffahrtstages (DSST) gewesen. Nun haben wir gemeinsam mit den Kollegen des Nautischen Verein zu Bremerhaven ein weiteres Mal die Ausrichtung des nunmehr 36. Deutschen Schifffahrtstag in Angriff genommen und freuen uns darauf, die Maritime Gemeinschaft am 29.09.2022 in Bremen begrüßen zu dürfen.

 

Nautischer Verein zu Bremerhaven e.V. (https://www.nautischer-verein-bremerhaven.de/)

Der Nautische Verein zu Bremerhaven entstand bereits wenige Jahrzehnte nach der Gründung der Seestadt, so dass er zu den Mitbegründern des Deutschen Nautischen Vereins zählt. In der Vereinsarbeit stand zumeist der Mensch an Bord im Mittelpunkt der Aktivitäten, die sich auf die Verbesserungen der Sicherheit an Bord, einschließlich der Brandbekämpfung, auf die Besetzung der Schiffe und auf die Ausbildung der Führungskräfte richtete. Zudem wurde hier bereits sehr früh an der Verhütung der Verschmutzung der Meeresumwelt mit Regelungen zu einer sinnvollen Schiffsentsorgung in den Häfen gearbeitet.

Die Aufgabe des Nautischen Vereins zu Bremerhaven ist die Wahrnehmung der Interessen der deutschen Seeschifffahrt einschließlich der Seefischerei. Dazu zählt die Förderung aller Bereiche der maritimen Wirtschaft mit den Bremischen Häfen, den Werften und der Meeresforschung, ferner die Unterstützung der Aufgaben der See- und Hafenlotsen, der Bundes- und Landesbehörden zur Erhaltung von Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs und der Schutz der Meereswelt. Der Nautische Verein zu Bremerhaven ist kein Interessenverband einer bestimmten Berufsgruppe. Die Mitglieder kommen aus allen Kreisen, die sich für die Belange der Seeschifffahrt, der Seefischerei, des Überseehandels, der maritimen Wirtschaft und der Behörden interessieren. Etwa die Hälfte der Mitglieder sind Seelotsen, fahrende Kapitäne, Schiffsoffiziere und Nautiker in der Hafenwirtschaft, bei den Behörden und den Versicherungen.

 

Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) (https://www.binnenschiff.de/)

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) wurde im Jahr 1974 als Zusammenschluss mehrerer Stromgebietsverbände gegründet. Der BDB mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt als Wirtschaftsverband die gemeinsamen Interessen der Unternehmen in der Güterschifffahrt und in der Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen.

Der Verband vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU.
Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.

 

Deutscher Marinebund (DMB) e.V. (https://deutscher-marinebund.de/)

Der Deutsche Marinebund (DMB) e.V. ist mit rund 10 000 Mitgliedern in ca. 240 Mitgliedsvereinen der größte maritime Interessenverband Deutschlands.
Der DMB bietet allen mit dem Meer und der Seefahrt verbundenen Menschen ein Forum. Er richtet sich an jene, die sich für Schiffe und Seefahrt begeistern oder für Themen wie den Umweltschutz der Meere oder maritime Wirtschaft interessieren. Ebenso fördert der DMB in enger Zusammenarbeit mit Marine und Handelsschifffahrt alle Bereiche der deutschen Seefahrt und informiert deutschlandweit über die Bedeutung und Notwendigkeit der Seefahrt für die Bundesrepublik. Der DMB beteiligt sich parteipolitisch neutral an der Diskussion über aktuelle maritime Themen und ist Ansprechpartner für die maritimen Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft.

Der DMB repräsentiert insgesamt eine 130-jährige Geschichte der Verbundenheit mit Marine und Schifffahrt. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diese unter den geänderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts fortzuschreiben.